Blutwerte

Kalzium beim Hund, wann eine Gabe schadet und was der Blutwert zeigt

Braucht ein Hund zusätzliches Kalzium, warum Kalzium in der Trächtigkeit das Eklampsie-Risiko erhöht und wie der Kalziumwert im Blut gelesen wird.

Ein Hund, der ein Alleinfuttermittel aus dem Handel frisst, bekommt das Kalzium, das er braucht, und beim Welpen einer großen Rasse gilt zu viel Kalzium als Risikofaktor für Entwicklungsstörungen des Skeletts. Bei der Hündin erhöht eine Kalziumgabe während der Trächtigkeit das Risiko einer Eklampsie nach der Geburt, weil sie die hormonellen Mechanismen ausbremst, die Kalzium aus dem Knochen mobilisieren. Im Blut wird das Gesamtkalzium immer mit dem Albumin gelesen, da ein großer Teil proteingebunden zirkuliert, und entscheidend ist das ionisierte Kalzium. Werte von etwa 2,3 bis 2,9 mmol/L beim Hund sind nur Orientierung, verbindlich ist der Bereich auf Ihrem Befund.

Braucht ein Hund zusätzliches Kalzium

In den allermeisten Fällen nein. Ein Hund, der ein Alleinfuttermittel aus dem Handel frisst, bekommt das Kalzium, das er braucht, in einem auf sein Alter abgestimmten Verhältnis zum Phosphor. Mehr Kalzium macht die Knochen nicht stabiler. Pulver, flüssiges Kalzium und Präparate aus Knochen oder Eierschalen sind nur sinnvoll, wenn ein Mangel belegt ist oder eine Ration korrigiert werden muss.

Beim Welpen einer großen Rasse ist eine Zugabe nicht nur unnötig. Zu viel Kalzium im Wachstum gilt als Risikofaktor für Entwicklungsstörungen des Skeletts, und der junge Hund kann sich davor noch nicht schützen, weil ein Teil seiner Kalziumaufnahme im Darm passiv abläuft, anders als beim erwachsenen Tier. Wer einem schweren Welpen Kalzium gibt, damit er starke Knochen bekommt, geht genau das Risiko ein, das er vermeiden möchte.

Anders liegt der Fall bei selbst zusammengestellten Rationen, die bei Kalzium und Phosphor häufig unausgewogen sind. Hier lohnt die Beratung durch eine auf Ernährung spezialisierte Tierärztin, die die Zufuhr berechnet statt schätzt.

Trächtige und säugende Hündin, der entscheidende Punkt

Kalzium während der Trächtigkeit erhöht das Risiko einer Eklampsie, statt es zu senken. Der Grund ist mechanisch: solange reichlich Kalzium über das Futter kommt, fahren die hormonellen Mechanismen herunter, die Kalzium aus dem Knochen mobilisieren, vor allem das Parathormon. Auf dem Höhepunkt der Laktation, wenn die Milchbildung mehr verlangt, als der Darm liefern kann, kommt dieser Apparat nur langsam wieder in Gang, und die Hündin rutscht ab.

Die Eklampsie, auch Laktationstetanie oder puerperale Hypokalzämie genannt, betrifft vor allem kleine Hündinnen mit großem Wurf, meist in den ersten Wochen nach der Geburt. Das Bild ist wiedererkennbar: eine säugende Hündin, unruhig, hechelnd, zitternd, mit steifem Gang, dann Krämpfe und steigende Körpertemperatur. Das ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der in die Tierarztpraxis gehört und nirgendwo anders. Während der Säugezeit deckt ein auf Trächtigkeit und Laktation abgestimmtes Futter zur freien Aufnahme den Bedarf, keine Flasche.

Was der Kalziumwert im Blut misst

Die Zeile Kalzium, also das Gesamtkalzium, summiert das an Proteine und vor allem an Albumin gebundene Kalzium, das komplexierte Kalzium und das ionisierte Kalzium, die einzige wirksame Fraktion. Knapp die Hälfte zirkuliert proteingebunden, daher die Regel: ein Gesamtkalzium liest man nie allein. Ein Hund mit niedrigem Albumin zeigt ein niedriges Gesamtkalzium ohne echte Hypokalzämie, eine Dehydratation zieht den Wert nach oben. Das ionisierte Kalzium entscheidet, zumal Korrekturformeln über das Albumin beim Hund nicht empfohlen und bei der Katze wertlos sind.

Veterinärmedizinische Referenztabellen und das veterinärdiagnostische Labor der Cornell University nennen für das Gesamtkalzium etwa 2,3 bis 2,9 mmol/L beim Hund und 2,2 bis 2,9 mmol/L bei der Katze. Das sind Orientierungswerte und keine Normen, verbindlich ist allein der auf Ihrem Befund gedruckte Bereich, denn er hängt von Analysegerät und Labor ab. Beim Welpen liegen Kalzium und besonders Phosphor physiologisch höher, ein Erwachsenenbereich vor dem ersten Lebensjahr erzeugt Alarme, die keine sind.

Was Tierärzte prüfen, wenn der Wert außerhalb des Bereichs liegt

Bei einem bestätigt erhöhten Kalzium wird kein Befund an einer Zahl festgemacht, sondern es werden Richtungen geöffnet: bestimmte Tumorerkrankungen, eine Fehlfunktion der Nebenschilddrüsen, Nierenerkrankungen, Vergiftungen wie durch Rattengift auf Vitamin-D-Basis.

Bei niedrigem Kalzium sind die Spuren andere: Eklampsie bei einer säugenden Hündin, eine Pankreatitis, eine Nierenerkrankung, eine Störung der Nebenschilddrüsen, Frostschutzmittel oder einfach ein niedriges Albumin. Blut in einem EDTA- oder Citratröhrchen liefert ebenfalls ein künstlich eingebrochenes Kalzium, das eine Kontrolle entlarvt.

Was dieser Wert allein nicht sagt

Ein isoliertes Kalzium sagt fast nichts. Es wird mit Albumin und Gesamtprotein, mit Phosphor, mit der Nierenfunktion und im Zweifel mit einem ionisierten Kalzium gelesen. Ein knapp abweichender Wert bei einem munteren Tier rechtfertigt oft nur eine Kontrolle, ein deutlich erhöhter Wert bei einem matten Tier eine ernsthafte Suche. Eine weitere Verwechslung sind Kalziumoxalatsteine: weniger Kalzium in der Ration schützt nicht davor. Beurteilen kann den Befund nur eine approbierte Tierärztin oder ein approbierter Tierarzt, die Ihr Tier untersuchen.

Wann Sie sofort in die Praxis müssen

Eine säugende Hündin, die in den Wochen nach der Geburt unruhig ist, hechelt, zittert oder steif läuft, muss sofort gesehen werden, notfalls nachts: kommen Krämpfe und steigende Temperatur hinzu, ist das eine Eklampsie, und es geht um Stunden. Notfälle sind ebenso Muskelzittern oder ein Anfall bei jedem Hund und jeder Katze sowie ein mattes Tier, das viel trinkt und harnt, erbricht und nicht mehr frisst, bei deutlich erhöhtem Kalzium.

Fragen an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt

  1. Erklären Albumin und Gesamtprotein diesen Kalziumwert?
  2. Ist eine Messung des ionisierten Kalziums nötig?
  3. Passt der Referenzbereich des Befunds zum Alter meines Hundes?
  4. Liefert die Ration genug Kalzium, in welchem Verhältnis zum Phosphor?
  5. Was ist bei meiner trächtigen Hündin vor der Geburt zu tun und vor allem zu lassen?

Häufige Fragen

Braucht mein Hund zusätzliches Kalzium?

Wenn Ihr Hund ein altersgerechtes Alleinfuttermittel aus dem Handel frisst, nein: das Kalzium ist dort in einem passenden Verhältnis zum Phosphor enthalten, und mehr davon stärkt die Knochen nicht. Pulver, flüssiges Kalzium und Präparate aus Knochen oder Eierschalen sind nur bei belegtem Mangel oder zur Korrektur einer Ration sinnvoll. Beim Welpen einer großen Rasse ist eine Zugabe nicht harmlos, denn zu viel Kalzium im Wachstum gilt als Risikofaktor für Entwicklungsstörungen des Skeletts. Bei selbst zusammengestellten Rationen lassen Sie die Zufuhr besser von einer auf Ernährung spezialisierten Tierärztin berechnen.

Darf eine trächtige oder säugende Hündin Kalzium bekommen?

In der Trächtigkeit nicht, und das ist gegen die Intuition: eine Kalziumgabe in dieser Zeit erhöht das Risiko einer Eklampsie nach der Geburt, statt es zu senken. Solange reichlich Kalzium über das Futter kommt, fahren die hormonellen Mechanismen herunter, die Kalzium aus dem Knochen mobilisieren, und sie kommen nur langsam wieder in Gang, wenn die Laktation viel verlangt. Den Bedarf deckt ein auf Trächtigkeit und Säugezeit abgestimmtes Futter zur freien Aufnahme mit jederzeit verfügbarem Wasser. Jede Gabe bei einer Zuchthündin gehört mit einer approbierten Tierärztin besprochen, nie in Eigenregie.

Welcher Kalziumwert ist beim Hund normal?

Veterinärmedizinische Referenztabellen und Universitätslabore, darunter das der Cornell University, nennen für das Gesamtkalzium etwa 2,3 bis 2,9 mmol/L beim Hund und 2,2 bis 2,9 mmol/L bei der Katze. Das sind Orientierungswerte und keine Norm, denn der Bereich hängt von Analysegerät und Labor ab: einordnen lässt sich ein Ergebnis nur über den auf Ihrem Befund gedruckten Bereich. Bei einem Welpen unter einem Jahr liegen Kalzium und besonders Phosphor physiologisch höher, der Erwachsenenbereich gilt dort nicht. Ein leicht abweichendes Gesamtkalzium ergibt ohnehin erst mit dem Albumin daneben einen Sinn.

Was bedeutet ein niedriges Kalzium beim Hund?

Oft, dass das Albumin niedrig ist, denn ein großer Teil des Kalziums zirkuliert proteingebunden und das Gesamtkalzium folgt dem Albumin: eine echte Hypokalzämie liegt dann nicht vor. Ein Röhrchenfehler sieht genauso aus, Blut in EDTA oder Citrat zeigt ein künstlich eingebrochenes Kalzium. Ist der Abfall echt, prüft die Tierärztin mehrere Richtungen, die Eklampsie bei einer säugenden Hündin, eine Pankreatitis, eine Nierenerkrankung, eine Störung der Nebenschilddrüsen oder Vergiftungen. Muskelzittern, ein steifer Gang oder ein Anfall erfordern eine sofortige Vorstellung.

Dieser Beitrag erklärt und ordnet ein. Er ist keine Diagnose und ersetzt keinen Tierarztbesuch. Er erscheint in einer vorläufigen Fassung und wird gezeichnet, sobald eine Tierärztin oder ein Tierarzt ihn freigegeben hat.

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